
Schritt 1: Praṇāmāsana
Gebetshaltung
Aufrecht stehen, Füße zusammen, Hände vor dem Herzen gefaltet. Ankommen, den Atem beobachten.
Mantra
ॐ मित्राय नमः
oṃ mitrāya namaḥ
Verneigung dem Freund aller
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Der Sonnengruß in zwölf Schritten
Surya Namaskar (sūrya namaskāra · सूर्यनमस्कार) heißt „Verneigung vor der Sonne“: zwölf Haltungen, die fließend ineinander übergehen, getragen vom Atem und begleitet von zwölf Mantren. Auf dieser Seite findest du die Abfolge Schritt für Schritt, die Herkunft des Sonnengrußes, die Bedeutung der Zahl 108 und unseren Song „Surya Namaskar“ in der Dark-Metal-Version.
Die Bedeutung
Sūrya (सूर्य) ist die Sonne und zugleich der Sonnengott der Veden, namaskāra (नमस्कार) die Verneigung, der ehrfürchtige Gruß mit gefalteten Händen. Surya Namaskar ist also der Gruß an die Sonne, mancherorts auch Sonnengebet genannt.
Die Sonne steht dabei für mehr als das Gestirn: für Licht, Wärme und Klarheit, für die Kraft, die alles Leben nährt, und für das Bewusstsein, das in uns aufgeht. Wer die Sonne grüßt, grüßt dieses Licht in sich selbst.
Traditionell wird der Sonnengruß am frühen Morgen geübt, mit dem Gesicht nach Osten. In unseren Kursen steht er oft am Anfang der Praxis: Er wärmt den Körper, weckt den Atem und verbindet Bewegung und Prana zu einem Fluss.
Die Quelle
Die Verehrung der Sonne ist so alt wie die Veden: Der Rigveda besingt Sūrya in eigenen Hymnen, und der Gayatri-Mantra richtet sich an Savitṛ, die belebende Kraft der Sonne. Die zwölf Namen, die den Sonnengruß begleiten, gehen auf die zwölf Ādityas zurück, Erscheinungsformen der Sonne, die den zwölf Monaten des Jahres zugeordnet werden.
Die Bewegungsfolge selbst ist deutlich jünger. Verbeugungen zur Sonne sind lange bekannt, die heutige Abfolge aus zwölf Haltungen wurde aber erst im frühen 20. Jahrhundert geprägt: Bhawanrao Pant Pratinidhi, der Raja von Aundh, machte sie ab den 1920er-Jahren als tägliche Übung bekannt; Krishnamacharya und seine Schüler verbanden sie mit dem Atem zum Vinyasa. Die Form mit zwölf Haltungen und zwölf Mantren, wie wir sie üben, wurde vor allem durch die Tradition von Swami Sivananda verbreitet.
Rigveda · Zwölf Ādityas · Aundh, 1920er · Sivananda-Tradition
Schritt für Schritt
Im Yoga nach Swami Sivananda, wie wir ihn üben, besteht eine Runde des Sonnengrußes aus zwölf Haltungen. Der Atem führt: Einatmen, wo sich der Körper öffnet und aufrichtet, Ausatmen, wo er sich beugt und schließt. Zu jeder Haltung gehört ein Mantra, einer der zwölf Namen der Sonne. Die Runden wechseln das Bein: Die erste beginnt mit dem rechten Bein, die zweite mit dem linken (Schritte 4 und 9).

Gebetshaltung
Aufrecht stehen, Füße zusammen, Hände vor dem Herzen gefaltet. Ankommen, den Atem beobachten.
Mantra
ॐ मित्राय नमः
oṃ mitrāya namaḥ
Verneigung dem Freund aller

Gestreckte Berghaltung
Arme über den Kopf strecken, Brustkorb öffnen, Blick und Herz nach oben.
Mantra
ॐ रवये नमः
oṃ ravaye namaḥ
Verneigung dem Strahlenden

Vorwärtsbeuge, Hand-zu-Fuß-Stellung
Aus der Hüfte nach vorn beugen, Hände neben die Füße, Nacken lang und locker.
Mantra
ॐ सूर्याय नमः
oṃ sūryāya namaḥ
Verneigung der Sonne

Reiterstellung, Ausfallschritt
Rechtes Bein weit nach hinten, Knie am Boden, Becken sinkt, Blick nach vorn.
Mantra
ॐ भानवे नमः
oṃ bhānave namaḥ
Verneigung dem Leuchtenden

Vier-Glieder-Stab-Position, Yoga-Liegestütz
Linkes Bein nachsetzen, der Körper bildet eine Linie von Kopf bis Fuß, Bauch aktiv.
Mantra
ॐ खगाय नमः
oṃ khagāya namaḥ
Verneigung dem Himmelswanderer

Achtpunkt-Haltung, Knie-Brust-Stirn
Knie, Brust und Stirn zum Boden, acht Punkte berühren die Erde, das Becken bleibt oben.
Mantra
ॐ पूष्णे नमः
oṃ pūṣṇe namaḥ
Verneigung dem Gedeihen Bringenden

Kobra
Becken senken, Brustkorb nach vorn und oben heben, Schultern weit, Blick sanft nach oben.
Mantra
ॐ हिरण्यगर्भाय नमः
oṃ hiraṇyagarbhāya namaḥ
Verneigung dem goldenen Schoß des Lebens

Herabschauender Hund
Becken hoch und zurück, der Körper bildet ein Dach, Fersen streben zum Boden.
Mantra
ॐ मरीचये नमः
oṃ marīcaye namaḥ
Verneigung dem Strahlenden

Reiterstellung, Ausfallschritt
Rechten Fuß nach vorn zwischen die Hände, linkes Knie am Boden, Blick nach vorn.
Mantra
ॐ आदित्याय नमः
oṃ ādityāya namaḥ
Verneigung dem Sohn der Ursprünglichen

Vorwärtsbeuge, Hand-zu-Fuß-Stellung
Linken Fuß nachsetzen, Beine strecken, der Oberkörper hängt entspannt nach vorn.
Mantra
ॐ सवित्रे नमः
oṃ savitre namaḥ
Verneigung dem Belebenden

Gestreckte Berghaltung
Mit langem Rücken aufrichten, Arme über den Kopf, Brustkorb öffnen.
Mantra
ॐ अर्काय नमः
oṃ arkāya namaḥ
Verneigung dem Verehrungswürdigen

Gebetshaltung
Hände zurück vor das Herz. Kurz innehalten, dann die nächste Runde mit dem linken Bein voran.
Mantra
ॐ भास्कराय नमः
oṃ bhāskarāya namaḥ
Verneigung dem Lichtbringer
Der Sonnengruß wird in vielen Varianten geübt. Unsere Abfolge folgt der Sivananda-Tradition; mit denselben Namen und Mantren findest du sie auch auf unserem Poster.
Zeichnungen: mit KI erstellt, Auswahl und Bearbeitung durch uns.
Die Zahl
In der Yogatradition hat die Zahl 108 eine spirituelle Bedeutung. Eine mögliche Erklärung liest die drei Ziffern einzeln:
Alles ist eins
die Einheit mit dem Göttlichen
Leere
die Ruhe der Gedanken im Geist
Unendlichkeit
die liegende Acht ohne Anfang und Ende
Außerdem tragen indische Götter 108 Namen, es gibt 108 Upanishaden, und Mala-Gebetsketten haben 108 Perlen. 108 Sonnengrüße werden traditionell zu besonderen Anlässen geübt: zur Sonnenwende, zum Jahreswechsel oder zum Beginn eines neuen Abschnitts. Die Praxis dient der Reinigung, der Stärkung der Disziplin und der Verbindung von Körper, Geist und Atem. In der Gruppe geübt, entsteht dazu ein starkes Gefühl von Verbundenheit.
108 Namen · 108 Upanishaden · 108 Perlen · 108 Sonnengrüße
In der Praxis
Der Sonnengruß ist eine vollständige kleine Praxis: Er dehnt und kräftigt, weckt den Atem und sammelt den Geist. Damit er dir guttut:
Die 108 Sonnengrüße sind auf keinen Fall ein Muss. Du achtest auf dich und deinen Körper, und wir freuen uns gemeinsam über jede gemeisterte Runde, egal ob du 10, 20 oder 108 Runden schaffst. Mehr zum Atem liest du unter Pranayama, mehr zu den Mantren unter Mantra.
Zum Mitnehmen
Alle zwölf Haltungen mit Namen und Mantra auf einem Blatt: für die Wand neben der Matte oder als Begleiter für unser Event.

Mantra geht auch modern
Die zwölf Mantren des Sonnengrußes, so wie sie seit Jahrhunderten gesungen werden. Nur der Klang ist neu: tiefe Gitarren, treibende Drums, ein Puls, der die Kraft der Sonne spüren lässt. Mantren müssen nicht nur ruhig und sanft sein; sie können ihre Power auch musikalisch zeigen. Genau das wollten wir hören. Auf der Matte üben wir weiter zum eigenen Atem, aber zur Einstimmung auf unsere 108 Sonnengrüße darf es gern einmal laut werden.

Surya Namaskar · 108 Sonnengrüße
Vinayaki-Yoga & Coaching · Dark Metal Version
Zum Anhören auf dieser Seite · kein Download
Der Text
Dreimal Om, dann die zwölf Namen der Sonne, Runde um Runde:
Was die Namen bedeuten, steht bei den zwölf Schritten.
Transparenz: mit KI erstellt
Idee, Auswahl und Anordnung der Mantren sowie die Gestaltung stammen von Vinayaki-Yoga & Coaching. Die Musik wurde mit künstlicher Intelligenz (Suno) generiert. Der Song ist zum Anhören auf dieser Seite gedacht; ein Download oder eine Weiterverwendung ist nicht vorgesehen.
Idee & Text: Vinayaki-Yoga & Coaching · Musik: KI-generiert (Suno) · 2026
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In unseren Kursen lernst du die Abfolge Schritt für Schritt, und bei den 108 Sonnengrüßen im Kulturzentrum Witzeeze grüßen wir die Sonne gemeinsam.