Zum Inhalt springen
StartWikiPranayama

Wiki · Yoga-Wissen

Pranayama

Die Atemlenkung im Yoga

Pranayama (prāṇāyāma · प्राणायाम) ist die bewusste Lenkung des Atems: Einatmung, Ausatmung und die Pausen dazwischen werden geführt und allmählich geweitet. Auf dieser Seite lernst du Wortbedeutung und Herkunft kennen, dazu die vier geführten Atemübungen, die dich in der VYC Sahitya App begleiten.

Mit uns üben →

Die Bedeutung

Den Atem weiten

Das Sanskrit-Wort Prāṇāyāma (प्राणायाम) verbindet prāṇa, den Lebensatem, mit āyāma, das „Ausdehnung, Erweiterung“ bedeutet. Gemeint ist also weniger ein Beherrschen des Atems als seine Weitung und Lenkung.

In der Praxis wird der natürliche Atem zuerst beobachtet, dann geführt: Einatmung, Ausatmung und die Pausen dazwischen (Kumbhaka) bekommen Raum und Rhythmus. So beruhigt sich der Geist, die Aufmerksamkeit sammelt sich, und die Lebensenergie (Prana) wird aufgenommen, gesammelt und gelenkt.

Pranayama ist ein Kernstück des Hatha Yoga: Es verbindet die Körperhaltungen (Asanas) mit Sammlung und Meditation. Die Bandhas begleiten viele Übungen, damit das Gesammelte gehalten wird.

PrāṇaDie Lebensenergie, die dein Atem trägt. Mehr zu Prana →
ĀyāmaSanskrit für „Ausdehnung, Erweiterung“: den Atem weiten statt zwingen.
KumbhakaDie Atempause. Gehalten wird nur, was angenehm bleibt.

Die Quelle

Vom Yogasūtra in den Hatha Yoga

In Patañjalis Yogasūtra ist Pranayama das vierte der acht Glieder des Yoga: das Verfeinern von Ein- und Ausatmung, sobald der Sitz ruhig geworden ist. Die Quellentexte des Hatha Yoga, allen voran die Hatha Yoga Pradipika (Svatmarama, ca. 15. Jahrhundert), entfalten daraus einen reichen Übungsweg mit Wechselatmung, Atempausen und den Bandhas als Begleitern. Ihre Grundüberzeugung: Wird der Atem ruhig, wird auch der Geist still.

Yogasūtra II.49 · Hatha Yoga Pradipika · ca. 15. Jahrhundert

Aus der VYC Sahitya App

Vier Übungen zum Kennenlernen

Diese vier geführten Atemübungen begleiten dich in unserer App; in unseren Kursen üben wir sie gemeinsam.

Symbol der Wechselatmung

Anuloma Viloma

Die Wechselatmung

Ein- und Ausatmung wechseln zwischen den Nasenseiten. Das gleicht aus und bringt beide Seiten ins Gleichgewicht.

Symbol der Box-Atmung

Box Breathing

Der gleichmäßige Atem

Vier gleich lange Phasen: einatmen, halten, ausatmen, halten (Samavṛtti). Ein ruhiger Takt, der Klarheit schenkt.

Symbol für Kapalabhati

Kapalabhati

Der leuchtende Schädel

Kurze, kraftvolle Ausatmungen aus der Bauchdecke, die Einatmung geschieht von selbst. Das weckt und belebt.

Lotossymbol

4-7-11

Der beruhigende Rhythmus

Vier Sekunden einatmen, sieben Sekunden ausatmen, über einige Minuten getragen. Lässt den Tag ausklingen.

Alle vier Übungen findest du geführt in der VYC Sahitya App, mit Anleitung, Rhythmus und Erinnerungen.

In der Praxis

So übst du Pranayama

Pranayama beginnt nicht mit Technik, sondern mit Zuhören. So näherst du dich Schritt für Schritt:

  1. Nimm einen aufrechten, bequemen Sitz ein und lass den Atem einige Züge natürlich fließen: nur beobachten, nichts verändern.
  2. Beginne, den Atem zu führen: gleichmäßig ein- und ausatmen oder die Ausatmung allmählich verlängern.
  3. Wenn das mühelos geht, gib den Atempausen Raum, nach der Einatmung wie nach der Ausatmung. Nur so lange, wie es angenehm bleibt.
  4. Löse die Führung wieder, lass den Atem frei fließen und spüre nach.

Magst du Pranayama angeleitet üben?

In unseren Kursen begleiten wir dich Schritt für Schritt, vom ruhigen Beobachten bis zu Wechselatmung und Atempausen.