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Wiki · Yoga-Wissen

Upanishaden

Die Weisheitstexte des Yoga

Die Upanishaden (upaniṣad · उपनिषद्) sind die Weisheitstexte am Abschluss der Veden. Einst im vertrauten Gespräch von Lehrer zu Schüler weitergegeben, fragen sie nach dem Selbst und dem Grund der Welt und legen damit ein Fundament des Yoga. Auf dieser Seite lernst du ihre Wortbedeutung und Herkunft kennen, dazu vier zentrale Gedanken.

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Die Bedeutung

Zu Füßen des Lehrers

Das Sanskrit-Wort Upaniṣad (उपनिषद्) verbindet upa („nahe“), ni („nieder“) und die Wurzel sad („sitzen“). Wörtlich ist eine Upanishad also das Sich-Niedersetzen nahe beim Lehrer: Wissen, das im vertrauten Gespräch weitergegeben wurde.

Weil diese Unterweisung nicht öffentlich war, gelten die Upanishaden auch als vertrauliche Lehre. Statt um Ritual und Opfer geht es in ihnen um die großen Fragen: Wer bin ich? Was trägt die Welt? Was bleibt, wenn alles sich wandelt? Fragen, denen wir bis heute nachgehen: auf der Matte ebenso wie im Coaching.

Für den Yoga sind die Upanishaden ein Quellgrund: Aus ihnen sprechen das Selbst (Atman) und der Weltgrund (Brahman), das frühe Wissen vom Prana und die Silbe Om.

Upanishad„Sich nahe niedersetzen“: Unterweisung im vertrauten Kreis des Lehrers.
Veda„Wissen“: die ältesten heiligen Texte Indiens. Die Upanishaden bilden ihren Abschluss.
Vedanta„Ende des Veda“: die Denkschule, die aus den Upanishaden hervorging. Zu den Gedanken →

Die Quelle

Der Abschluss der Veden

Die Upanishaden sind über Jahrhunderte gewachsen. Die ältesten, darunter Brihadaranyaka und Chandogya, reichen bis etwa in das 8. bis 6. Jahrhundert v. Chr. zurück. Überliefert sind weit über hundert Texte, traditionell werden 108 gezählt, und rund ein Dutzend gilt als Haupt-Upanishaden. Weil sie den Abschluss der Veden bilden, heißt ihre Lehre Vedanta, „Ende des Veda“. Von dort wirkt ihr Wissen in den Yoga hinein, bis in Yogasūtra und Hatha Yoga Pradipika.

Veden · Brihadaranyaka · Chandogya · 8. bis 6. Jahrhundert v. Chr.

Kerngedanken

Vier zentrale Gedanken

Aus den Gesprächen der Upanishaden ragen Gedanken heraus, die den Yoga bis heute tragen. Vier davon begegnen dir immer wieder:

आत्मन्

Ātman

Das Selbst

Kurz gefasst

Das innerste Selbst, das in allem Wandel gleich bleibt: der Wesenskern hinter Körper, Rollen und Gedanken.

Quelle

Brihadaranyaka-Upanishad u. a.

ब्रह्मन्

Brahman

Der Weltgrund

Kurz gefasst

Das Eine, aus dem alles hervorgeht und in dem alles ruht: der Grund der Welt.

Quelle

Chandogya- und Taittiriya-Upanishad u. a.

तत्त्वमसि

Tat tvam asi

„Das bist du“

Kurz gefasst

Der berühmte Lehrsatz: Atman und Brahman sind eins. Dein Wesenskern und der Grund der Welt sind nicht getrennt.

Quelle

Chandogya-Upanishad, 6. Kapitel

Om

Die heilige Silbe

Kurz gefasst

Die Silbe am Beginn und Ende der Rezitation. Ihre Klänge stehen für Wachen, Traum und Tiefschlaf, gehalten von der Stille dahinter.

Quelle

Mandukya-Upanishad

In der Praxis

Von der Weisheit in die Praxis

Die Upanishaden sind keine graue Theorie. Vier ihrer Spuren begegnen dir bei uns immer wieder:

  1. Die Katha-Upanishad beschreibt Yoga als das ruhige Halten der Sinne. Genau das übst du in der Meditation: Die Aufmerksamkeit wandert von außen nach innen.
  2. Die Prashna-Upanishad entfaltet die Lehre vom Prana, der Lebensenergie mit ihren fünf Strömungen. Mit jedem bewussten Atemzug wird sie erfahrbar.
  3. Die Mandukya-Upanishad deutet die Silbe Om. Beim gemeinsamen Singen von Mantren und Kirtans klingt dieses Bild bis heute nach.
  4. Die großen Fragen der Upanishaden begegnen dir auch jenseits der Matte. Im Coaching bekommst du Raum und Begleitung, ihnen in deinem eigenen Leben nachzugehen: Wer bin ich? Was trägt mich? Wohin will ich?

Mehr zum Lebensatem liest du im Artikel Prana, Om singen wir bei Mantren & Kirtans, und den großen Fragen widmet sich unser Coaching.

Tat tvam asi. Das bist du.

Magst du diese Weisheit lebendig erfahren?

In unseren Kursen und beim gemeinsamen Singen verbinden sich Stille, Atem und Klang; im Coaching gehst du den großen Fragen in deinem Leben nach. So wird aus dem Lesen ein Erleben.