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Wiki · Yoga-Wissen

Prana

Die Lebensenergie im Yoga

Prana (prāṇa · प्राण) ist die Lebensenergie, die nach yogischer Vorstellung alles Lebendige durchströmt. Ihr greifbarster Träger ist dein Atem: Mit ihm wird Prana aufgenommen, gesammelt und gelenkt. Auf dieser Seite lernst du das Konzept kennen: seine Wortbedeutung, seine Herkunft und die fünf Strömungen, in denen Prana wirkt.

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Die Bedeutung

Der Lebensatem

Das Sanskrit-Wort Prāṇa (प्राण) verbindet die Vorsilbe pra („hervor“) mit der Wurzel an („atmen“). Wörtlich ist Prana der Lebensatem: die Kraft, die mit jedem Atemzug in dir wirkt.

Gemeint ist dabei mehr als die Atemluft: Prana ist im Yoga die Lebensenergie, die alles Lebendige durchströmt. Sie belebt Körper und Geist und trägt Bewegung, Wahrnehmung und Gedanken. Der Atem gilt als ihr greifbarster Träger: Mit ihm wird Prana aufgenommen, gesammelt und gelenkt.

Ähnliche Vorstellungen kennen auch andere Traditionen, etwa das Qi in China. Im Yoga wird mit Prana ganz praktisch gearbeitet: Asanas öffnen den Atemraum, Pranayama weitet den Atem, die Bandhas halten und lenken das Gesammelte.

PranaDie Lebensenergie, die dein Atem trägt. Sie belebt Körper und Geist.
VayuSanskrit für „Wind“: die fünf Strömungen, in denen Prana wirkt. Zu den Vayus →
NadiDie Energiebahnen, in denen Prana durch den Körper fließt.

Die Quelle

Von den Upanishaden in den Hatha Yoga

Von Prana sprechen bereits die Upanishaden: Dort gilt es als die zentrale Lebenskraft, die den Menschen trägt: Ohne Prana können weder Körper noch Sinne bestehen. Die Quellentexte des Hatha Yoga, allen voran die Hatha Yoga Pradipika (Svatmarama, ca. 15. Jahrhundert), machen daraus einen Übungsweg: Wird der Atem ruhig und weit, sammelt sich Prana, die Bandhas bewahren es, und der Geist wird still.

Upanishaden · Hatha Yoga Pradipika · ca. 15. Jahrhundert

Fünf Strömungen

Die fünf Vayus

Vayu bedeutet „Wind“: Die Tradition beschreibt fünf Strömungen, in denen Prana im Körper wirkt: jede mit eigenem Ort und eigener Aufgabe.

प्राण

Prāṇa-Vayu

Die Aufnahme

Ort

Brust- und Herzraum

Aufgabe

Steuert Atmung und Aufnahme: Mit der Einatmung strömt frische Lebensenergie ein.

अपान

Apāna-Vayu

Das Loslassen

Ort

Unterbauch und Beckenboden

Aufgabe

Das Abwärtsströmende: Ausscheidung und Loslassen. Mula Bandha wendet diese Strömung traditionell um.

समान

Samāna-Vayu

Die Mitte

Ort

Bauchraum um den Nabel

Aufgabe

Die ausgleichende Kraft der Mitte: Verdauung und Verarbeitung, auch von Eindrücken.

उदान

Udāna-Vayu

Der Aufstieg

Ort

Kehle und Kopf

Aufgabe

Die aufsteigende Strömung: Sprache, Ausdruck und Aufrichtung nach oben.

व्यान

Vyāna-Vayu

Die Verbindung

Ort

Der ganze Körper

Aufgabe

Durchdringt und verteilt: Vyāna verbindet die vier anderen Strömungen zu einem Ganzen.

In der Praxis

Prana im Atem erfahren

Du musst an kein Energiemodell glauben, um mit Prana zu üben. Beobachte einfach, wie Atem und Befinden zusammenspielen:

  1. Komm in einen aufrechten, bequemen Sitz und beobachte einige Atemzüge, ohne sie zu verändern. Wo spürst du den Atem am deutlichsten?
  2. Verlängere die Ausatmung und spüre, wie sich mit jedem Atemzug etwas mehr Ruhe ausbreitet.
  3. Richte dich mit der Einatmung ein wenig mehr auf und lass die Schultern mit der Ausatmung sinken. Aufrichtung und Atem tragen einander.

Vier geführte Atemübungen findest du in der VYC Sahitya App und angeleitet üben wir in unseren Kursen.

Wo der Atem ruhig wird, wird der Geist still.

Magst du Prana im Atem erleben?

In unseren Kursen begleiten wir dich Schritt für Schritt, vom ruhigen Atem bis zu Pranayama und den Bandhas.